Die Würde im Sinne des Grundgesetzes beinhaltet das Recht auf Selbstbestimmung und die freie Entfaltung der Persönlichkeit. Doch Stück für Stück wird an diesem Recht herumgefingert, Wörter werden eingefügt, Einschränkungen beschlossen, bis der Gesetzgeber die Unantastbarkeit praktisch abgeschliffen hat.
Selbst wenn die Lage in Deutschland noch besser wäre als anderswo, die Forderung lautet: Die Würde eines jeden Menschen, nicht nur des deutschen Menschen, ist unantastbar. Doch die Regierung besteigt wieder den nationalistischen Zug – unter dem Jubel derer, die nur für Deutschland, aber nicht für die gemeinsame Sache denken. Der Verlust der Würde ist daher der Endpunkt einer Politik, die den nationalen Vorteil über die universelle menschliche Ethik stellt.