Kultur und Gesellschaft sind eng miteinander verknüpft und einem stetigen, sich beschleunigenden Wandel unterworfen. Vor achthundert Jahren nähten wir unsere Kleider selbst; im Zeitalter des Hauptmanns von Köpenick war der Schneider noch selbstverständlich; heute ist die gesamte Kleiderproduktion in Konfektionsgrößen irgendwo in Bangladesh und China angesiedelt.
Die Geschwindigkeit dieses Wandels ist verheerend. Kaum ist eine Ausbildungsverordnung beschlossen, sind die vermittelten Inhalte schon veraltet (z.B. der schnelle Wechsel von Yellowcable zu WLAN). Nachhaltigkeit und Beständigkeit werden geopfert.
Nicht alles ist schützenswert. Aber kulturelle Informationsträger wie Steintafeln und Bücher waren haltbarer als unsere modernen Datenträger, deren Haltbarkeit kaum zwanzig Jahre beträgt. Selbst kulturhistorisch bedeutsame Werke wie Fritz Langs Metropolis konnten nur mit Mühe und Not gerettet werden. Eine Vielzahl von Filmen der Vorkriegszeit ist bereits unwiederbringlich verloren.
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