Dieses Gesellschaftssystem kümmert sich nicht mehr um die gemeinsame Sache wie in einer griechischen Polis; es ist reiner Selbstzweck. Erfolg existiert nur noch um des Erfolges willen im Wettbewerb mit dem Konkurrenten.
Die Schar der Angestellten wird zu vereinzelt dressierten Erfüllungsgehilfen, die gar nicht mehr wissen, wie das Gesamtgeschäft läuft. Kein Bankangestellter hat einen Prozessablauf überhaupt noch im Blick. Programmierer und Mathematiker arbeiten nach theoretischen Modellen, und was die Maschine nicht mehr kann, wird als isoliertes Objekt an einen Menschen ausgegliedert, der den Gesamtprozess nicht mehr verstehen muss.
Weil das System scheinbar so komplex ist, flöten Lobbyisten dem Politiker ein, es gäbe Sachzwänge, die die Wirtschaft zusammenbrechen lassen würden, wenn die Politik nicht folgen würde. Die Politik gerät damit in die Rolle des willfährigen Erfüllungsgehilfen eines entfesselten, ethikbefreiten Wirtschaftssystems, das sich selbst zu einem komplexen Selbstzweck erklärt hat. Das System ist komplex, aber die Lüge vom Sachzwang ist die bequeme Rechtfertigung für die Verweigerung von ethischem und politischem Handeln im Sinne der gemeinsamen Sache.
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