Die eigentliche Katastrophe liegt darin, dass es jedes Mal intelligente Menschen sind, die solche Szenarien schaffen – von der Drohne bis zur Oligarchie. Es ist die sich selbst überhebende Intelligenz, die meint, in ihrem jeweiligen Denken und ihrer Überlegenheit recht zu haben. Der anfängliche Verein für Frieden scheiterte aus genau diesen Gründen: Die Intelligentesten streiten am besten, weil sie am meisten von ihrer eigenen Überlegenheit überzeugt sind.
Wer nun jedoch glaubt, die Lösung sei der Durchschnittsmensch oder gar die Dummheit, der irrt fundamental. Gerade derjenige, der sich ständig unterlegen fühlt – ob intellektuell, sozial oder wirtschaftlich – läuft Gefahr, eines Tages mit irrationaler und emotional gesteuerter Gewalt auszubrechen. Konflikte können so simpel sein wie das Minderwertigkeitsgefühl eines Machthabers, der es seiner überlegenen Verwandtschaft „zeigen“ will.
Die Barbarei des Dritten Reiches fand vor dem Hintergrund der Gedankenwelt der Aufklärung statt – im Bürgertum, dem die Worte Demokratie, Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit bekannt sein mussten. Die Intellektuellen der Frankfurter Schule, Adorno und Horkheimer, versuchten nach dem Krieg, diese Katastrophe zu verstehen.
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