Die Zivilisation endet, wenn nicht mehr alle daran beteiligt sind. Eliten, die die Beteiligung aller Bürger hintertreiben, beenden auf lange Sicht die Zivilisation selbst.
Die Geschichte zeigt, dass die Beteiligung aller immer dann am stärksten war, wenn die Barbarei gerade überwunden wurde – die Durchlässigkeit und Selbstorganisation erreichten ihren Höhepunkt. Doch es dauert keine zwanzig bis dreißig Jahre, bis sich das System mit Regeln immer mehr einschränkt, Eliten bildet und die Bürgergesellschaft zerstört. Philosophien wie das Hirtenbild Sloterdijks dienen als intellektuelle Stütze für diese Elitenherrschaft.
Es gibt keine wirkliche Zivilisation, die die Menschenrechte und die Gleichheit aller Menschen ignoriert. Was sich dann als Bürgertum tarnt, ist in Wirklichkeit eine Bourgeoisie, die lediglich eine Zwischenstufe zur Oligarchie bildet. Sind die Machtkulminationen vollendet, landen wir unweigerlich in der Tyrannei.
Die Zivilisationsdecke ist schnell zerstört: Frankreich landete nach der Französischen Revolution bei Napoleon. Das treffendere Wort heute wäre wohl Bürgergesellschaft, da der Begriff Zivilisation durch die jahrhundertelange Ungleichheit seiner Bedeutung enthoben wurde.
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