Die Begrenzung der Erfahrung

Doch es scheint nichts zu nützen: Der Mensch neigt dazu, sich in die gleiche Richtung zu entwickeln, sobald der letzte Krieg nur weit genug entfernt ist und die letzten Überlebenden gestorben sind. Es ist kaum hundert Jahre her, dass Bündnispartner aufgrund eines Einzeltäters in den weltweiten Krieg zogen.

Die Geschichten dieser Kriege werden zwar erzählt und tradiert, aber das Erlebte – die unmittelbare Hölle – kann nicht weitergegeben werden. Die Erfahrung des Hasses und des Krieges ist nicht naturwissenschaftlich nachvollziehbar. Der Mensch ist in seiner Vorstellung begrenzt.

Wer mit abschließbaren Türen aufgewachsen ist, kann sich die friedliche Welt ohne Zäune kaum vorstellen (wie im Beispiel der Maya). Wir sind unfähig zu erkennen, wie uns die alltäglichen Traditionen prägen und unsere Vorstellungskraft begrenzen.

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