Mit Denkern wie Popper und Wittgenstein ist jedoch das Heilsversprechen gefallen, dass man die absolute Wahrheit erreichen könne.
Popper lehrte, dass sich eine wissenschaftliche Hypothese niemals beweisen, wohl aber widerlegen lässt (Falsifikation). Wittgenstein fragte berechtigterweise, was es bedeute, wenn wir einen Satz wie „Dieser Schwan ist weiß“ aussprechen. Die Buchstaben können ein Zufallsprodukt sein, und der Satz gilt nur so lange, bis das Gegenteil bewiesen ist.
Der Wähler jedoch will von der Regierung die Wahrheit und Führung wie vom Hohepriester der Vorantike. Der Kampf um eigene Erkenntnis ist vielen zu anstrengend. Die Volksparteien können daher mit den von ihnen verbreiteten Gewissheiten auf Stimmenfang gehen, selbst wenn die Propagandisten gebildet genug sind, um zu wissen, dass sie es nicht besser wissen. Mit der ehrlichen Wahrheit, dass wir es letztlich nicht wissen, lässt sich kein politischer Blumentopf gewinnen.
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