Informationskrieg und die Wurzel der Gewalt

Es ist somit nicht verwunderlich, dass Russland zum ersten Mal einen systematischen Informationskrieg mit gefälschten Meldungen im Internet begann. Die eigene Bevölkerung glaubt dieser Propaganda, weil die dahinterliegenden tiefen gesellschaftlichen Konflikte und gefühlten Verletzungen real sind. Die Argumente der Minderheit – und sei es nur die Minderheit eines Kulturkreises, der sich besiegt fühlt – werden nicht wahrgenommen. Die Ignoranz der Überlegenen ist dabei das schlechteste Mittel, selbst wenn die Gegenseite im Unrecht liegt.

Solche Konflikte sind die Wurzel des Krieges und Futter für radikale politische Kräfte.

Eine Gesellschaft muss sich stets bemühen, alle an der gemeinsamen Sache teilhaben zu lassen und niemanden zu unterdrücken. Dauert die Unterdrückung nur lange genug, dann greift irgendwann irgendwer zu den Waffen, und die Gewalt nimmt ihren Lauf.

Der Krieg ist somit das ultimative Scheitern der Ethik und der Vernunft, eine direkte Konsequenz der Oligarchie des Machterhalts und der Hybris der ethiklosen Elite, die die gemeinsame Sache zugunsten des eigenen Vorteils aufgegeben hat.

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