Intellektuelle Wutbücher wie jenes von Akif Pirinçci mögen die Oberfläche der politischen Frustration kratzen, doch ihnen fehlt das Fundament einer politischen Ethik. Das System, welches von Gewinnern wie ihm gelobt wird, gerät in Gefahr, wenn der Wohlstand und die Bildung aller nicht mehr gewährleistet sind.
Der Kern der politischen Tragödie liegt in der wachsenden Perspektivlosigkeit und Ohnmacht der Schwachen. Mangelnde Teilhabe und fehlender Bildungszugang schlagen sich nicht in Wählerstimmen für Oppositionsparteien nieder. Sie schlagen sich in Gewalt nieder – von der milderen Variante des frustrierten Amokläufers oder Angriffs auf Sozialamtsmitarbeiter bis hin zur schlimmsten Variante: jener Nährboden, den Radikale in sozial schwachen Wohnvierteln finden, um Stimmung gegen die Schwächsten (Asylantenheime) zu machen. Hier versagt die Politik.
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