Zeitgenössische politikwissenschaftliche Perspektiven

John Rawls: Werte als rational vereinbarte Grundprinzipien

Wert als Differenz: Rawls erkennt, dass Werte nur relational sinnvoll sind. Freiheit, Gleichheit und Fairness entfalten Bedeutung im Verhältnis zueinander, nicht isoliert.1

Werte als Setzung: In Rawls’ Theorie entstehen Werte nicht metaphysisch, sondern durch rationale Vereinbarung unter dem „Schleier des Nichtwissens“ – ein gedanklicher Mechanismus, der persönliche Interessen ausschließt und allgemeingültige Prinzipien ermöglicht.2

Gefährliche Setzungen: Rawls teilt die Warnung vor willkürlichen oder destruktiven Wertsetzungen. Seine Theorie ist insbesondere auf den Schutz der am wenigsten Begünstigten ausgerichtet und prüft Werte auf ihre gesellschaftliche Fairness.3

Werte als Axiome: Die Grundprinzipien der Gerechtigkeit können als Axiome betrachtet werden: sie sind unverzichtbar für die Orientierung in gesellschaftlicher Handlungsplanung, aber nicht weiter ableitbar.4

1John Rawls, A Theory of Justice (Cambridge, MA: Harvard University Press, 1971), Kap. 1–2.

2Ebd., Kap. 2: „The Original Position and Justification“.

3Ebd., Kap. 2–3.

4Samuel Freeman, Rawls (London: Routledge, 2007), S. 45–78.

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